Deutsch
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Atelier  Uwe Petruch

Aus Tübingen


 


TIERE ZEICHEN MIT OHNE KUCKEN


Uwe Petruch beim: „Tiere zeichnen mit ohne Kucken“

Uwe Petruch ist Kinderarzt und Künstler. Ein Künstler, der die Augen schließt - sowas kennt man aus der Musik und nicht aus der Malerei. Der Tübinger Künstler Uwe Petruch schließt die Augen, auch wenn er einen Stift in der Hand hält, er hat das Geschlossene-Augen-Tiere-Zeichnen erfunden.


Petruchs Tiere reihen sich in Leporellos. Auseinander gefaltet ergibt das einen langen lustigen Zug.

Tübingen. Uwe Petruch hat ein großes Atelier in der Mühlstraße 10 1/2. Und obwohl seine Zeichnungen eher klein sind und manche im handlichen Leporello-Päckchen daliegen, scheint das Atelier knapp vor einer Schließung aus Platzmangel zu stehen. Petruch ist sehr produktiv, obwohl er zwischen einem arbeitsplatz im Schwarzwald und einem in Tübingen zeitraubend pendelt.

 

Petruchs Werk hat viele Abteilungen, um ein bürokratisches Wort zu verwenden. Den Behörden-Vergleich provoziert er aber selber, denn er stempelt einen Teil seiner Arbeiten. "Tzmok" steht dort, wo normalerweise die Signatur hingehört. Trozdem passt Tzmok in keine Büroschublade. Petruch sagt: "Tzmok mach´ich überall. Im Stehen, im Liegen oder auf dem Kopf."

 

Was um Himmels willen steckt also hinter diesem so wilden Tzmok? Was zunächst slawisch klingt, ist nichts anderes als eine Abkürzung, die für "Tiere zeichnen mit ohne Kucken" steht. Eben Tzmok.

 

Es heißt übrigens nicht, "mit oder ohne", sondern "mit ohne". In dieser Unterabteilung seines Werks zeichnet Petruch nämlich immer blind. Und damit baute er eine Brücke, die er eigentlich gar nicht bauen wollte, nämlich eine zwischen seinem Beruf als Kinderarzt und seiner künstlerischen Tätigkeit. Denn blind zeichnete Petruch zunächst hauptsächlich für Kinder und wurde somit für sie zum Dr. Tzmok. Er begann es als Wiedergutmachung oder Trost - fürs "Pieksen" bei der Blutabnahme oder der Impfung, für den kalten "Lauschangriff" beim Abhorchen mit dem Stethoskop und all die anderen Dinge, die Kinder beim Arzt nicht sehr mögen. Also fragte Petruch die Kinder, welches Tier sie sich wünschen. Und kein Kind bleib die Antwort schuldig. Das Wunschtier zeichnete der Arzt dann blind auf ein Blatt Papier.

 

Wenn ein Kind oder auch der Blindzeichner selbst einmal findet, dass ein Tier gar nicht aussieht wie ein Labrador, ein Dromedar oder ein Känguru, dann zeichnet er einfach immer weiter: "Dann male ich eben eine ganze Familie." Komisch ist es allemal, was der Arzt so hinkritzelt und haben wollen es die Kinder ganz gewiss. "Tiere zum mit nach Hause Nehmen" (Tzmnhn) wäre dennoch kein besonders gelungenes Akronym.


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Kontakt: Uwe Petruch hat ein großes Atelier in der

 

Mühlstraße 10 1/2.

72074 Tübingen

Deutschland